Stück der Jungen Theaterakademie über die Digitalisierung

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Sie alle sind in irgendeiner Form am Theaterprojekt »Work Replace 4.0« beteiligt (von links): Felix Müller von der Firma Visionsbox, Bernhard Schneider von der Bürgerstiftung St. Andreas, Walter Glunk von der VHS Offenburg, Regisseurin Annette Müller, Videodesigner Jonathan Rieder, Sounddesigner Elias Gürtler, Rainer Herrfurth vom Georg-Dietrich-Areal, Produktionsleiterin Heidrun Schlegel, Regieassistentin Barbara Höfler und Edgar Common, Leiter des Offenburger Kulturbüros im Proberaum im Grimmelshausen-Gymnasium. ©Christoph Breithaupt
Sie alle sind in irgendeiner Form am Theaterprojekt »Work Replace 4.0« beteiligt (von links): Felix Müller von der Firma Visionsbox, Bernhard Schneider von der Bürgerstiftung St. Andreas, Walter Glunk von der VHS Offenburg, Regisseurin Annette Müller, Videodesigner Jonathan Rieder, Sounddesigner Elias Gürtler, Rainer Herrfurth vom Georg-Dietrich-Areal, Produktionsleiterin Heidrun Schlegel, Regieassistentin Barbara Höfler und Edgar Common, Leiter des Offenburger Kulturbüros im Proberaum im Grimmelshausen-Gymnasium. ©Christoph Breithaupt

Wie verändert sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung? Um diese Frage geht es in »Work Replace 4.0«, dem neuen Stück von Annette Müller und der Jungen Theaterakademie. Dabei werden die Besucher durch verschiedene Räume geführt – mithilfe einer eigenen App.

Offenburger Tageblatt vom 01. März 2019

Nein, einen richtigen Berg muss beim neuen Stück der Jungen Theaterakademie kein Besucher erklimmen – auch wenn die Beteiligten beim Pressetermin Anfang dieser Woche im Proberaum im Grimmelshausen-Gymnasium mit entsprechender Ausrüstung wie Kletterseilen oder einem Bergpanorama aufwarteten. In Bewegung sein wird das Publikum, anders als bei anderen Theatervorführungen gewohnt, allerdings während der knapp 90-minütigen Aufführung schon. Es wird in acht verschiedene Räume im weitläufigen Georg-Dietrich-Areal geführt, wo verschiedene Szenen gezeigt werden. Das hört sich durchaus nach ein weinig körperlicher Ertüchtigung an. Dabei geht es eigentlich bei »Work Replace 4.0« doch eigentlich um die Digitalisierung. 

Aussicht oder Absturz?

Für Regisseurin Annette Müller ist das Bild von der Bergwelt aber ganz passend zum Thema. »Wir befinden uns zwischen schöner Aussicht und Absturz«, sagte sie im Bezug auf das Kernthema, die Digitalsierung der Arbeitswelt. Die damit einhergehenden Veränderungen seien nicht aufzuhalten. Aber: »Wir müssen eine Haltung dazu finden«, betonte Annette Müller. Das Stück soll dazu beitragen, indem die Besucher in den einzelnen Räumen mit Themen wie künstlicher Intelligenz und neuen Arbeitskonzepten, aber auch philosophischen Gedanken zum Verhältnis Mensch und Maschine sowie Daten und Demokratie konfrontiert werden.

Diese Themen werden neben ungefähr 15 jungen Schauspielern auch von verschiedenen Experten präsentiert. Dazu zählen ein Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens, eine »digitale Nomadin«, die um die Welt reist und bei der Aufführung per Video-Telefonie zugeschaltet wird, aber auch ein erfahrener Kletterer vom Alpenverein.

Eine Besonderheit des Stückes ist es, dass die Zuschauer mithilfe einer App auf dem Smartphone durch die Räume geführt werden. Eine Computerstimme werde leiten, erläuterte Elias Gürtler, der bei »Work Replace 4.0« für Audio, Video und Ton zuständig ist – vergleichbar mit »Siri« oder »Alexa«. Felix Müller von der Ohlsbacher Firma Visionsbox, die die App entwickelt, findet die Idee »super, dass die Leute ihr Alltagsgerät mitbringen«.

Ziel: Heimattage 2022

Das Stück sei auf drei Jahre angelegt, informierte Annette Müller. Schließlich sei das Projekt »sehr aufwendig« – auch von den Kosten her, die VHS-Chef Walte Glunk auf rund 40 000 Euro schätzte. Ziel sei es, das Stück auch bei den Heimattagen 2022 zu spielen. Wichtig sei bei diesem Thema die Aktualität, wie Regisseurin Annette Müller betonte. »In drei Jahren ist das Schnee von gestern, was wir heute machen.«

Die ersten Proben hat die Theatergruppe – insgesamt sind fast 40 Personen beteiligt – bereits hinter sich. »Wir freuen uns, dass das Projekt nun richtig losgeht«, sagte Produktionsleiterin Heidrun Schlegel. Und auch Rainer Herrfurth vom Georg-Dietrich-Areal betonte die Begeisterung für das Stück. Die Kombination von Kunst und Arbeitswelt sei »aus unserer Sicht ideal«.
 

Premiere und Infos

Premiere von »Work Replace 4.0« ist am Freitag, 19. Juli, um 20 Uhr. Zusätzliche Aufführungen sind am 20., 21., 22. und 23. Juli. Veranstaltungsort: Georg-Dietrich-Areal, Am Güterbahnhof 1 in Offenburg. Weitere Vorstellungen sind im Herbst geplant. Die Zuschauerzahl ist auf 70 Personen pro Termin begrenzt. Wichtig: Jeder Zuschauer sollte ein geladenes Smartphone und Kopfhörer mitbringen. Karten gibt es im Vorverkauf im Bürgerbüro und gegebenenfalls an der Abendkasse. 

Rucksäcke und Handys gefragt

Die Theatermacher um Regisseurin Annette Müller suchen noch Unterstützer. Gefragt seinen Helfer für die einzelnen Räume bei den Aufführungen. Darüber hinaus sei man auf der Suche nach alten, großen Rucksäcken. Auch abgelegte Smartphones seien willkommen – für den Fall, dass ein Zuschauer sein Gerät vergessen habe oder dieses nicht geladen sein. 
Interessierte Lehrer können zudem an der Generalprobe am Donnerstag, 18. Juli, 19 Uhr, teilnehmen. Anmeldungen sind per E-Mail an theaterproduktion@web.de möglich. Dort gibt es auch weitere Infos.

Autor: Florian Pflüger