Zwei Preise für Annette Müller & Co.

Bündnis für Demokratie und Toleranz
Jury-Mitglied Sebastian Nikoloff übergab Urkunde und Preisgeld an Projekt-Initiatorin
Annette Müller und Silke Mahnke (re.) vom Theater im Gewölbe im Karlsruher Rathaus. Foto: Knopf Volker
Badische Zeitung vom 15.5.2013

Theater im Gewölbe wurde in Karlsruhe für das Stück „Elsa “ ausgezeichnet / Landesamateurtheaterpreis für „Kauf dich glücklich!“

KARLSRUHE. Preisregen für Annette Müller: Das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt hat jetzt im Karlsruher Rathaus Preise an sechs vorbildliche Initiativen vergeben, die sich für die Werte der Zivilgesellschaft einsetzen – darunter das Offenburger Theater im Gewölbe (ThiG) für das Theaterstück „Elsa – ich darf nicht sprechen“. Auch das Nachfolgestück, das Annette Müller mit dem ThiG und der Jungen Theaterakademie entwickelte hat, erhält einen Preis.

Theaterpädagogin Annette Müller und Silke Mahnke vom Theater im Gewölbe dürfen sich über 2000 Euro für ihre Arbeit freuen. Gemeinsam mit der Darstellergruppe des ThiG und Schülern entwickelten sie ein Theaterstück über die Großmutter von Annette Müller, die während des NS-Regimes ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde und an den Spätfolgen der Drangsal im Konzentrationslager einige Jahre danach verstarb. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für uns und unsere Arbeit. Und es ist ein Stück weit eine Rehabilitierung meiner Großmutter. Wir freuen uns sehr über diese Würdigung“, sagte Annette Müller bei der Preisverleihung. Voll des Lobes für das Projekt aus der Ortenau war auch Sebastian Nikoloff, Mitglied des Beirats im „Bündnis für Demokratie und Toleranz“. „Diese Theater-Arbeit mit Schülern ist absolut beeindruckend. Hier wird lebensnah und generationsübergreifend für ein tolerantes Miteinander geworben.“ Gregor Rosenthal, Geschäftsstellen-Leiter des Bündnisses, sprach von „echten Vorbildern und Leuchttürmen, die eine Gesellschaft braucht“. In der Laudatio wurde das Projekt dem Publikum näher vorgestellt: In dem Theaterstück „Elsa – ich darf nicht sprechen“ von Annette Müller bringen zehn Schauspieler des Theaters im Gewölbe in Offenburg sowie 17 Jugendliche aus acht Offenburger Schulen die Verfolgungsgeschichte der jungen Elsa in der nationalsozialistischen Diktatur auf die Bühne. Seit Anfang 2011 wurde das Stück gemeinschaftlich von Schauspielern und Jugendlichen erarbeitet, aufgeführt und weiterentwickelt. In Anlehnung an das Leben der Elsa Santo aus der Ortenau entstand in schnellen Sequenzen und Choreographien ein für den Zuschauer zugängliches Stück, das in Schulklassen theaterpädagogisch nachbereitet wurde. Neun Aufführungen des Theaterstücks, das 2012 mit dem Deutschen Amateurtheaterpreis ausgezeichnet wurde, gab es bereits. Zwei weitere werden bis Ende des Jahres folgen. Das Ensemble besteht aus zehn Schauspielern des Theaters im Gewölbe sowie Jugendlichen, die aus zehn unterschiedlichen Jugendlichen von Schulen aus der Ortenau stammen. Bei dem generationsübergreifenden Ensemble ist die jüngste Schauspielerin gerade mal acht Jahre alt, die älteste 75 Jahre alt.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Folgeproduktion „Kauf dich glücklich!“, die Annette Müller gemeinsam mit dem ThiG und der Jungen Theaterakademie Offenburg entwickelt hat, mit dem neu gestifteten und mit 1000 Euro dotierten Landesamateurtheaterpreis ausgezeichnet wird. Die Preisverleihung ist am 5. Oktober in Sulz am Neckar. Das Stück ist vorher in Offenburg zu sehen: am 5.Juni im Rahmen der Schultheatertage Offenburg und am 8. Juni jeweils um 20 Uhr im Salmen. Vorverkauf: Bürgerbüro.

Autor: Volker Knopf und Ralf Burgmaier

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