Eine gelungene Opernpremiere

Zauberflötchen
Zauberflötchen

 

Schüler der Weingartenschule führten »Das Zauberflötchen« auf / Heute um 19 Uhr weitere Vorstellung am 09. Mai 2014

 

Mit dem Stück »Das Zauberflötchen« machten sich die jungen Darsteller der Weingartenschule auch auf die Spur von Mozart.

Gestern war der große Tag: »Das Zauberflötchen« mit 70 Kindern von der Weingartenschule hatte Premiere. Mittags für Mitschüler, abends für Eltern. Heute wird um 19 Uhr noch einmal im Salmen gespielt.

Offenburg. Natürlich musste ab und an »pssst« geraunt werden, als gestern bei der Premiere von »Das Zauberflötchen« die Mitschüler der Weingartenschule aus Zell-Weierbach im Salmen ihre vielleicht erste Oper des Lebens hörten. Aber alles in allem verfolgten sie interessiert die Geschehnisse auf der Bühne – eine Liebesgeschichte nach Mozarts berühmter »Zauberflöte«. Getragen wurde sie von einer in sich ruhenden Hauptdarstellerin: Jana Heitzmann, die nun die fünfte Klasse der Klosterschule besucht, spielte den Papageno bestens gelaunt. »Ich mag an meiner Rolle, dass ich ein witziger Typ bin – und mein Federkostüm gefällt mir auch gut«, sagte sie entsprechend nach der Premiere.

Aufgeregt, aber sicher
Apropos Kostüme: Geschenksbändel-Perücken waren der große Hit bei der Inszenierung. Beim Chor unauffällig in Weiß, wie auch die Shirts und Hosen, bei allen anderen jeweils farblich passend zum Outfit. Pamina – eine ganz sichere Luca Vogt, obwohl sie meinte, dass sie »schon aufgeregt« war – also kam in feuerrot daher, um ihren Tamino zu sehen. Leider durfte er wegen einer Prüfung nicht mit ihr reden, was die Arme fast in den Selbstmord trieb. Die Szene der Verzweiflung wurde als Video eingeblendet, zusammen mit drei Aufpasserinnen, die Schlimmeres dann doch in letzter Minute verhinderten.
Das Gegenstück zu Papageno war Tamino, der sehr
schmal und still dasaß und sich ob der Prüfungen sorgte. Immerhin: Er konnte sich ans auferlegte Schweigegelübde halten. Jule Busam, inzwischen Fünftklässlerin, spielte die Rollen gleichermaßen dezent wie präsent. Wunderbar ging auch die Viertklässlerin Finja Günther in ihrer Rolle als Papagena auf: Sie gab die klapperige Alte mit knorziger Stimme – bis sie sich schließlich als Papagena entpuppte, die auf ihren Partner zuhüpfte – und Jana Heitzmann alias Papageno ein herzliches Lächeln aufs Gesicht zauberte.
Raffiniert und zugleich simpel war das Bühnenbild, das nicht viel Platz verbrauchen durfte – schließlich musste auch der Chor »Caruso Bambini« von der Weingartenschule mit 70 Kindern hinter den Schauspielern Platz finden. Also wurden Silhouetten von Schlössern oder Gärten hochgeklappt und mit einer Lichtinszenierung zu plastischem Leben erweckt. Brauchte man sie nicht, lagen sie unauffällig schwarz am Boden – wie eine Klappkarte mit Musik. »Und öffnet man sie, erklingt die Melodie«, sieht Regisseurin Annette Müller Parallelen. Die Theaterlehrerin der Jungen Theaterakademie hat das Stück mit den Kindern erarbeitet und einstudiert.
Die musikalische Leitung hatte Ulrike Finger-Lembke, die den Caruso-Chor beim Auftritt auch dirigierte. Begleitet wurden die jungen Sänger am Klavier von Xenia Petersen-Blahuschek und Hadwigis Becker-Lenzen, die die zarten Stimmen mit Feingefühl unterstützten. Trotzdem, aber das ist das Wesen von Oper, auch der großen, konnte man nicht immer alles verstehen.

Große Pose zum Ende
Zum Happy End – auch Sarastro sah ein, dass den Liebenden nur Glück zu wünschen ist – arrangierte sich die gesamte Schauspieltruppe in großer Pose. Genauso wie der Einstieg, als von der Bühnenseite allerlei nettes Getier den »Spielplatz« eroberte, geriet diese Szene zu einer netten Gesamtschau – fürs Publikum und die Kinder, die mit dem kleinen Zauberflötchen Großes geschafft hatten.

Autor:

Bettina Kühne

 

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